Zhineng Qigong wurde von Dr. Pang Ming, der sowohl als Arzt der westlichen Medizin, als auch der traditionellen chinesischen Medizin ausgebildet ist, entwickelt. Hierbei kamen sowohl sein Wissen aus seiner medizinischen Ausbildung, als auch den Ausbildungen bei vielen Qigong-Großmeistern, zum Tragen.
Zhineng Qigong wurde nach einer Studie in den 1990 Jahren in China als medizinisches Qigong anerkannt. Es fördert die Erhaltung und Wiederherstellung des körperlichen und psychischen Wohlbefindens.
Im Gegensatz zu traditionellen Qigong-Formen, handelt es sich bei Zhineng Qigong um eine offene Form des Qigong. Man öffnet und vereinigt sich dabei mit der Natur und dem Universum. Durch Bewegungen und Visualisierung wird Qi aufgenommen. Das Qi wirkt durch positive Informationen auf die körperliche und die geistige Ebene.
Es gibt sechs Stufen im Zhineng Qigong, wobei bereits die regelmäßige Praxis der ersten Stufe die Selbstheilungskräfte des Körpers positiv beeinflussen kann.
Das Video zeigt den Ablauf der zentralen Übung der ersten Stufe: „Qi anheben und ausgießen“. Diese Übung kann durchaus auch im Sitzen praktiziert werden.
Weitere Informationen und Listen von Lehrern kann man auf den Seiten des Zhineng Qigong Deutschland e.V. finden.
Mein Name ist Jürgen Kotterer. Im März 2012 bekam ich im Alter von 49 die Diagnose Parkinson. Zuvor hatte schon seit drei Jahren einen Tremor im Bein und später auch in der Hand.
Nach der Diagnose begann für mich der Weg, den vermutlich fast jeder Erkrankte geht. Beginn der medikamentösen Behandlung, welche mir aber nicht wirklich eine Erleichterung meines Tremors brachte. Dann stellten sich nach und nach weitere Symptome, wie Rigor und Verlangsamung ein. Meine psychische Stabilität war ebenfalls nicht mehr die Beste.
2014 hatte ich das Glück, Zhineng Gigong kennen lernen zu dürfen. Dieses praktizierte ich anfänglich etwa dreimal die Woche. Hierbei konnte ich schon positive Effekte feststellen. So hörte zum Beispiel der Tremor während der Übung komplett auf. Leider war ich zu dieser Zeit zu ungeduldig und inkonsequent, so dass ich nach etwa einem Jahr diese Technik erst einmal einstellte.
Der Verlauf der Erkrankung Schritt voran, so dass ich mich Anfang 2015 dazu entschieden habe, meine Berufsleben aufzugeben.
Mit der neu gewonnen Zeit aktivierte ich erlerntes Wissen um Zhineng Qigong wieder, wobei ich die Intensität der Übungen steigerte. Schon bald hatte ich wieder den Effekt, dass mein Tremor während des Übens deutlich rückgängig war. Insgesamt wurde mein Tremor deutlich geringer. Aber auch die weiteren Symptome verbesserten sich gefühlt immer mehr. Ich hatte das Üben nun auf eine tätliche Einheit erhöht.
Ende Juni 2016 wagte ich dann den Schritt, meine Parkinsonmedikamente abzusetzen. Nach einer Zeit der Umstellung meines Körpers, welche auch mit deutlichen Entzugserscheinungen einherging, konnte ich feststellen, dass es mir ohne die Medikamente nicht deutlich schlechter ging.
Im Laufe der Zeit blieb nur noch ein dezenter Tremor in Hand und Bein. Dieser verstärkte sich nur in Stresssituationen, welche dann durchaus auch weitere Symptome der Erkrankung zum Vorschein bringen können.
Ich intensivierte meine Übung noch mehr, so dass ich mich zwischenzeitlich sogar dazu entschlossen habe, mich zum Zhineng Qigong Lehrer für die Stufe 1 ausbilden zu lassen.
Insgesamt sehe ich in Zhineng Qigong eine Technik, mit der ich positiv auf die Symptome und den Verlauf meiner Erkrankung Einfluss nehmen kann.