THS

Was ist das?

Die Tiefe Hirnstimulation ist eine Operation, bei der feine Elektroden in das Gehirn eingesetzt werden. Diese Elektroden übertragen dauerhaft elektri- schen Strom in das Gehirn und schalten damit die krank machende Hirn- region aus. Die Elektrode wird durch eine kleine Öffnung im Schädel in das Gehirn implantiert. Die Stimulationseffekte sieht man an der gegenüberlie- genden Körperhälfte. Somit hilft eine Elektrode in der rechten Gehirnhälfte, die Bewegungsfähigkeit der linken Körperhälfte zu verbessern.

Gründe für eine OP

  • Thalamische THS (ViM DBS) bei Tremor (Zittern der Extremitäten), welches sich auf die Lebensqualität auswirkt.
    familiär gehäuft auftretender Tremor (Essentieller Tremor), im Rahmen einer multiplen Sklerose, nach Hirnschädigung durch Unfall oder Schlag- anfall oder im Rahmen der Parkinsonschen Erkrankung.
  • Globus pallidus THS (GPi DBS) bei Dystonie oder Morbus Parkinson Subthalamicus THS (STN DBS) für die Parkinsonsche Erkrankung, wenn so- genannte Wirkfluktuationen aufgetreten sind. Hierbei reagiert der Körper kurz nach der Einnahme des Medikamentes Dopamin (z.B. Madopar®) mit einer überschießenden Beweglichkeit (Dyskinesie), gefolgt von langen Phasen mit geringer Beweglichkeit (Bradykinese) und erhöhter Muskel- spannung (Rigidität).
  • Andere Zielgebiete werden genutzt zur Therapie von Schmerz, Depression und Epilepsie.

FAQ zur THS

Ist die Operation eine neurochirurgische Routineoperation ?

Nur spezialisierte Zentren führen die funktionellen stereotaktischen Eingriffe am Gehirn aus.

Muss ich vor der Operation meine Medikamente absetzen ?

Die Einnahme blutverdünnender Medikamente (z.B. ASS®, Godamed®, Aspirin®, Plavix®, Clopidogrel, Marcumar®) muss zehn Tage vor Aufnahme gestoppt werden. Im Einzelfall muss der Hausarzt Sie auf blutverdünnende Spritzen einstellen. Meist jedoch kann man die Präparate für den Zeitraum um die OP herum ohne Probleme absetzen. Metformin sollte drei Tage vor der Operation gestoppt werden, gegebenenfalls muss Ihr Hausarzt Sie vorüber- gehend auf Insulin einstellen. Bezüglich einer eventuellen Umstellung von Parkinson-Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem Neurochirurgen bzw. Neurologen. Alle übrigen Medikamente nehmen Sie wie gewohnt weiter.

Tut die Operation weh?

Nein. Die Haut wird betäubt, die kleinen Öffnungen im Kopf sollten schmerz- los sein.

Werde ich während des Eingriffes wach sein?

Ja. Während der Testphase und der Platzierung der Elektroden sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen. Während des zweiten Teils, der Implantation des Schrittmachers, werden Sie schlafen.

Stellt die Operation eine Heilung meiner Erkrankung dar?

Nein. Sie dient lediglich dazu, bestimmte Symptome Ihrer Erkrankung zu kontrollieren.

Wird die Therapie andere Behandlungen beeinflussen?

Normalerweise nicht. Sie sollten jedoch keine Magnetresonanztomographie (MRT) des Körpers durchführen lassen. Weisen Sie Ihre Ärzte ausdrücklich auf Ihren Schrittmacher hin, bevor Sie zu einer solchen Untersuchung über- wiesen werden. Patienten mit THS-Systemen dürfen nicht mit Diathermie oder Ultraschall (Tiefenwärme) behandelt werden. Unproblematisch ist der diagnostische Ultraschall.

FAQ zur THS

Wie heilen die Löcher im Schädelknochen wieder zu?

Ihr Neurochirurg führt während der Operation eine Haltekappe in die Öff- nung ein. Diese versiegelt die Öffnung. Sie können später diese Kappe als leichte Erhabenheit unter der Kopfhaut ertasten.

Wann darf ich meine Haare waschen oder färben?

Ab dem Tag, an dem die Fäden entfernt wurden (11. Tag nach der Operation).

Wie groß ist der Schrittmacher?

Er hat etwa die Größe einer Taschenuhr. Zweiseitige Systeme – wie für die Parkinsonsche Erkrankung – sind etwas größer.

Wie wird der Schrittmacher eingestellt?

Mit einem speziellen Gerät kann Ihr Neurochirurg oder Ihr Neurologe den Schrittmacher von außen durch die Kleidung ansteuern und programmieren. Dies ist vollkommen schmerzfrei.

Wie lange hält die Batterie des Schrittmachers?

Typischerweise drei bis fünf Jahre.

Was muss ich am Flughafen beachten?

Sagen Sie den Sicherheitsbeamten, dass Sie einen Schrittmacher haben. Zeigen Sie Ihren Schrittmacherausweis. Sie werden dann auf andere Weise als üblich überprüft. Die Sicherheitsbeamten kennen dies von Herzschrittma- cher-Patienten.