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Der Anfang vom Ende

von Gedanken von Nadine Mattes | Reinhören

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Der Anfang vom Ende

Im Dezember noch dachte ich wie kann ein Mensch das alles ertragen. Ein Unglück folgte dem nächsten, ich war am Ende und bin oft nicht mehr aus meinen Tränen herausgekommen. Es ist meistens so dass man nicht nur eine Diagnose bekommt, immer wieder wird noch eine schuppe draufgelegt. Als würde Parkinson noch nicht reichen.

Es gibt ein Spruch ALLES IM LEBEN HAT EINEN SINN, und genauso ist es zu mindestens bei mir.

Mit dem beginn des Jahres 2018 würde es anders. Ich weis noch ich war im online Chat für betroffene. Ich war den tag am Ende, und hatte gedacht, warum ich das alles verdient habe. Eigentlich war ich nie unter der Sonne geboren, schon immer müsste ich kämpfen. Und immer wieder würde noch was draufgelegt. Nun auch noch Parkinson. Den Abend war ich alleine im Chat, bis ein Herr vom Vorstand reinkam. Ich schrieb ihn das es mir schlecht gehen würde, dass ich das alles nicht ertragen könnte. Und fragte ihn warum gerade ich. Er war sehr entspannt, wie eigentlich immer, und nahm sich die Zeit mir zuzuhören. Als ich alles aufgeschrieben habe sagte er Folgendes zu mir.

geh los und hol dir zwei Blätter, auf den einen schreibst du alles auf was du mir gerade geschrieben hast, auf den anderen schreibst du auf was du dir wünscht. Was sind deine ziele für die nächsten 6 Monate. Deine Ziele legst du unter einen Blumentopf, unter einen dem du jeden Tag sehen kannst. Mit dem anderen gehst du raus, verbrennst ihn und sorge dafür das du erde auf die Asche packst.“ Ich dachte mir o.k und was soll das bringen.

Aber es ging noch weiter, er sagte mir das in genau sechs Monaten, er wieder auf mich zu kommt, und fragt ob die punkte umgesetzt würden. und noch eine Aufgabe hat er mir mitgegeben. Er sagte das auf mich jemand zukommen wird in 6 Monaten, den es auch sehr schlecht gehen würde. Ich sollte denjenigen helfen indem ich ihn genau, dass selbe auftrage.

Erst wollte ich all das gar nicht machen, ich bin keine Person, die an solche Dinge glaubt. Aber was hatte ich zu verlieren schlimmer kann es nicht werden. Heute bin ich froh, dass ich es gemacht habe den es hat funktioniert.

Ich habe an den Tag meine Sorgen verbrannt. Und somit auch verstanden was ich ändern muss. Ich habe an den tag meine wünsche aufgeschrieben und somit auch verstanden was ich möchte. Das wichtigste ich habe an den tag angefangen meine ziele umzusetzen. Genau wie beschrieben ein punkt nach den andern. Und bei jedem hacken den ich gemacht habe ging es mir besser.

Ich habe es mich getraut trotz der Diagnose alles noch einmal auf null zu setzen, und das war das beste was ich hatte tun können.

Das war so erleichternd das ich mich im Nachhinein gefragt habe warum habe ich das nicht schon früher gemacht. Warum habe ich all die Jahre gewartet.

Sechs Monate später ich hatte schon gar nicht mehr dran gedacht war ich wieder im Chat. Ein Herr kam rein es ging ihn sehr schlecht ich hatte mir große sorgen um ihn gemach. Mir viel wieder ein das ich den tipp weitergeben soll. Das habe ich natürlich gemacht. Die sechs Monate sind mittlerweile auch bei dem Herrn rum. Und ich weiß, dass es ihm gut geht. Heute bist du hier und liest oder hörst das gerade. Und auch wen es sich etwas seltsam anhört.

Ich frage dich jetzt was hast du zu verlieren? Versuch es einfach.

Ich wünsch dir alles Gute auf deiner Reise. Ich bin aus dem alten Zug ausgestiegen und nun glücklich im neuen wieder drin. Ich hoffe das gelingt dir auch alles Gute deine Nadine

Wenn das Zittern mit 14 beginnt

von Gedanken von Nadine Mattes | Reinhören

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Ich weiss noch wie es angefangen hat, meine Hand fing leicht an zu zittern. Am Anfang war ich der Meinung, das ist normal oder das geht bestimmt wieder weg. Aber es war nicht so, es wurde schlimmer. Ich konnte es irgendwann nicht mehr verstecken und suchte den Arzt auf. Es gibt bleibende Erinnerungen, das ist einer davon. Ich mußte stundenlang warten dann endlich war ich dran. Ich weiss noch wie er sagte „hast du gestern Stern TV geschaut“?,„nein sagte ich, und war mir nicht sicher was er damit sagen wollte. „Nun da war genau das Thema, das Zittern. Ich sag dir mal was. Jeder Mensch zittert, der eine etwas weniger, du eben etwas mehr, das ist normal“

Also alles ist GUT, ich gehöre scheinbar zu den ANDEREN. Was ich da noch nicht wüste es wird schlimmer, immer schlimmer. Berits als ich in der Abiturzeit war, hatte der Tremor an Ausprägung und Intention zu genommen. Ich war auch bei anderen Ärzten mittlerweile immer dasselbe, alles ist gut, alles ist normal. Außer der Stress da sollte ich dran arbeiten. Zum runterfahren habe ich dann Diacipan bekommen, und das mit 17 Jahren. Hauptsache alles ist gut. 

Bei Stress würde der Tremor tatsächlich schlechter. Und so hatte ich bei einer Klausur kaum eine Möglichkeit zu schreiben. Ein Freund hat mir damals die erste Zigarette gegeben sagte ich soll das mal probieren, und was soll ich sagen es hat funktioniert. Das Zittern würde besser. Nun ich würde also zum Raucher, weil es mir geholfen, hat zu mindestens am Anfang. 

Aber der Tremor begleitet mich durch meine Jugend, ich könnte ihn nicht verstecken also bin ich offen damit umgegangen. Ich sagte immer, „ich zittere das ist normal“. War ja nicht gelogen das war die Information, die ich nun von mehren ambulanten Neurologen hatte. Heute ärgert es mich total die Medikamente helfen mir, und im nahhinein muss ich sagen, es war so unendlich anstrengt teilweise, das hätte ich mir ersparen können. 

Beruflich nun auch das war so ein Problem, was macht man wen man so ein Tremor hat? Arzt war schon einmal keine Option. Ich beim blutabnahmen oje. Dan hatte ich auch noch ein doppeltes Problem. Der Tremor und dann noch LRS. Beruflich nun ja was soll ich sagen. Ich habe es erst einmal verschoben. Ich habe mich für das Abi entschlossen nicht weil ich es gebraucht hätte oder weil es mich interessiert hat. Ich wüsste einfach nicht wo hin mit mir also Abi. Ist ja auch nicht verkehrt was man hat das hat man. Und ja ich habe es. 

Aber bei allen den positiven denken oder Lösungen für die Zukunft suchen, war mir gesundheitlich nicht geholfen. Die Ärzte waren sich einig kein Grund zu sorge oder um einzugreifen. Ich habe es anders gesehen, der Tremor würde starker ich hatte oft schmerzen mir ging es einfach nicht gut. 

Dann hatte ich den ersten kontakt zu Cannabis und was soll ich sagen mir ging es besser, der Tremor hat auf den Cannabis reagiert die schmerzen waren auch weg. Ich könnte wieder leben wie alle anderen Jugendlichen auch. Das es nicht richtig war das weiß ich, aber es hat mir geholfen. Und Medikamente wollte mir niemand geben. Und ich war noch jung und ich wollte einfach leben wie alle andern auch. 

Heute bin ich 37 Jahre und bekomme Parkinson Medikamente und ein Leben ohne Dopa wäre für mich nicht mehr möglich. Denn mein Tremor könnte sich in all den Jahren ohne Medikamente ausbreiten. Er hat mich komplett eingenommen, und bestimmt mein Leben, und meine Lebens Planung seit meiner Jugend.

Ein Handicap ist es natürlich immer gewesen aber ich habe mich auch nie versteckt. Ich war feiern haben mein Leben gelebt und spaß gehabt. Das ganze halt anders. 

Was sagt meine Tochter immer „wir sind besonders Anders“ und recht hat sie das sind wir. 

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