So geht’s

Anträge zu stellen bei Behörden, Krankenkassen o. ä. sind oftmals für viele Menschen ein Grauen und die Bürokratie bringt viele Personen zum
verzweifeln. Oft werden daher mögliche und berechtigte Hilfen nicht genutzt.
Hier sollen Hinweise und Tipps gegeben werden, wie man Anträge stellt, um
eine möglichst hohe und schnelle Genehmigungswahrscheinlichkeit zu
erreichen. Neben den allgemeinen Höflichkeitsregeln im zwischenmenschlichen Umgang, sollte jeder Antragsteller sich vorab folgende Fragen stellen und sie für sich beantworten:

Kernfragen

  • Ist mein Anspruch berechtigt ?
  • Ist mein Ansprechpartner der richtige (Zuständigkeit) ?
  • Habe ich alle Formulare oder kann ich formlos agieren ?
  • Liegen alle Voraussetzungen und Nachweise vor ?

Falls Unsicherheit besteht, so ist sinnvoll sich vor Antragstellung mit der Behörde, Krankenkasse etc. in Verbindung zu setzten, um abzuklären, was derjenige, in welcher Form benötigt.

Wenn  diese Fragen geklärt sind, kann der Antrag in geeigneter Form gestellt werden. Mit geeigneter Form ist u.a. auch gemeint das Formulare gut lesbar (am sinnvollsten in Druckbuchstaben) ausgefüllt werden, wenn sie überhaupt per Hand auszufüllen sind. Die meisten Formulare von Behörden sind als beschreibbare pdf-Dateien von der Homepage der Behörden aus dem Internet herunter zu laden und am Rechner auszufüllen. 

Das gleiche gilt für formlose Anträge und den Schriftverkehr. Dieser sollte ebenfalls am besten per PC geschrieben werden. Die Nennung von Aktenzeichen, Vorgangsnummern u.s.w. im Betreff ist immer nützlich. Auch im Schriftverkehr per Mail sollten die Regeln eines Briefes Anwendung finden (Groß- und Kleinschreibung, Interpunktion, Absätze u.s.w.). Oftmals müssen Arztberichte, Entlassungsschreiben von Kliniken, Auskünfte, Nachweise jedweder Art und Weise beigefügt werden. Diese sollten vollständig sein, damit der Sachbearbeiter den Antrag abschließend bearbeiten kann.

Bei komplexen Anträgen, die mit vielen Anlagen verbunden sind, empfiehlt es sich eine Liste anzulegen und die Anlagen mit fortlaufenden Nummern zu versehen und entsprechend zu sortieren.

  • 1 = Antragsformular
  • 2 = Krankenhausaufenthalt
  • 3 = Arztbriefe u.s.w.

Der zuständige Sachbearbeiter sollte durch die Art- und Weise wie der Antrag gestellt wird, in der Lage sein ihn sofort vollständig zu bearbeiten und nicht beim Antragsteller  noch fehlende Unterlagen anzufordern, da dies nur Zeit kostet. Wenn Fristen zu beachten sind, sollte um eine Eingangsbestätigung gebeten werden oder wenn möglich, den Antrag persönlich abgeben und um eine entsprechende Bestätigung von dem im Empfang Nehmenden geben zu lassen. Es gilt der Grundsatz: „Soviel wie nötig, sowenig wie möglich“ an Unterlagen und sonstigen Informationen abzugeben. Sollte ein Antrag abgelehnt werden und ihr gegen diese Ablehnung vorgehen wollt, so ist hierbei wegen der Beachtung von Fristen und Formvorschriften das einbeziehen eines Fachanwaltes zu empfehlen. Bei Absprachen in einem persönlichen Gespräch oder telefonisch, ist es sinnvoll eine Gesprächsnotiz, mit Datum und Nennung der beteiligten Personen, anzufertigen und den zusammengefassten Inhalt, die getroffenen Vereinbarungen, Absprachen dem Gesprächspartner schriftlich zukommen zu lassen. Kopien sämtlicher Anträge, Unterlagen, des Schriftverkehrs, sollten immer gemacht werden.