Dorsten. Bevor sich bald die Türen für eine längere Zeit schließen, präsentierte sich der Treffpunkt Altstadt (Auf der Bovenhorst) am Sonntag (2. Dezember) noch einmal von seiner besten Seite. Als zweites Türchen des „Wir machen MITte“-Adventskalenders lud der Treffpunkt die Dorstener zur Veranstaltung „Advent for everyone“ ein.

„Igitt!“ Angewidert verzog der fünfjährige Jonas das Gesicht. Mit verbundenen Augen kaute er, ohne es zu wissen, auf einem Stück Rettich herum. Die Schmeck-Station war Teil eines Parcours für Kinder, bei dem es vor allem um die Erkundung der Sinne ging. So mussten die Kinder zum Beispiel Düfte erraten und durch Schütteln herausfinden, was sich in den kleinen Döschen auf dem Tisch vor ihnen befand.

Mit Unterstützung von Treffpunkt-Leiter Christian Joswig hatte Nadine Mattes die Adventsveranstaltung ganz alleine auf die Beine gestellt. Die an Parkinson erkrankte Dorstenerin hat die Selbsthilfegruppe „Parkinson Youngster“ ins Leben gerufen und engagiert sich für das Projekt „Wir machen MITte“. „Die Grundidee war, so viele Menschen, Vereine, Institutionen wie möglich zusammen zu bekommen und zu zeigen, dass wir alle gemeinsam etwas Großes auf die Beine stellen können“, erklärte die 37-Jährige am Sonntag.

Und das ist ihr gelungen, denn sie hat nicht nur unter anderem die Zahnarztpraxis Dr. Schlotmann, das Atlantis, Honsel, die Dorstener Arbeit sowie die Dorstener Maria-Montessori-Schule im Treffpunkt Altstadt versammelt, sondern auch zahlreiche Musiker.

Angst verlieren Während auf der Bühne die Bässe wummerten, präsentierten Mitglieder der „Parkinson Youngsters“ ihre kreativen Werke an verschiedenen Ständen. Nadine Mattes sieht die Veranstaltung auch als weiteren Schritt in Richtung Toleranz gegenüber an Parkinson Erkrankten: „Und für unsere Mitglieder ist es wichtig, die Angst vor der Öffentlichkeit zu verlieren.“

Mit einem lachenden und weinenden Auge blickt Mattes der Schließung des Treffpunkts für den Umbau entgegen. „Ich bin schon sehr traurig, dass demnächst hier geschlossen ist“, sagte sie. „Dennoch glaube ich, dass das Neue mega wird, und besonders die Öffnung zur Stadtmitte hin halte ich für unerlässlich.“

Text: Manuela Hollstegge

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