Meine erste Komplextherapie

Motiv

Der erste Schritt ist immer der Wichtigste. Ich hatte bei mir eine zunehmende Verschlechterung meiner Bewegungen und des Zitterns festgestellt. Nach einer telefonischen Anfrage in einer neurologischen Spezialklinik bekam ich nach einigen Wochen einen Termin für eine stationäre Komplextherapie.

Aufnahme

Am Anreisetag wurden meine Daten erfasst und nach einem Corona-Test (negativ) konnte ich auf mein Zimmer. Die Oberärztin protokollierte meine Anamnese und stellte gezielte Fragen und machte körperliche Tests mit mir, um den jetzigen Gesundheitszustand zu beurteilen. Auf der Basis meines bisherigen Medikamentenplan wurden die Veränderungen in der Medikation ermittelt. Bei der folgenden Chefarztvisite wurde der Zweck der schrittweisen Umstellung mit mir durchgesprochen.

Die Untersuchungen

Nach den medizinischen Untersuchungen (EEG, Sonographie, Blutdruck, -zucker und Körpertemperatur) kamen die ersten Einzelgespräche mit den verschiedenen Therapeuten (Ergo-, Logo-, physikalische Therapie und Krankengymnastik). Sie wollten sich zuerst ein Bild von mir machen, damit sie eine individuelle Therapie planen konnten. Über den gesamten Zeitraum wurde mindestens 1x pro Tag der Blutdruck und teilweise die Körpertemperatur und der Blutzucker gemessen.

Das Personal und die Verpflegung

Das gesamte Personal war sehr entgegenkommend und es gab immer wieder Nachfragen, ob alles in Ordnung sei oder ich etwas benötige. Ich fühlte mich gut aufgehoben. Man konnte Frühstück und Abendbrot aus verschiedenen Komponenten im Voraus auswählen. Für das Mittagessen standen jeweils drei Gerichte zur Auswahl (2x normal, 1x vegetarisch), die alle frisch in der eigenen Küche zubereitet wurden. Das Mittagessen hat sich in meinem Zeitraum nicht wiederholt.

Meine Therapiebereiche

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Ergotherapie

Hier wurden vor allem die Beweglichkeit in den Händen, Armen und Schultern trainiert. Durch Massage und spielerische Übungen, z. B. Tischtennis konnte ich meine Flexibilität steigern. Ebenso wurde durch anspruchsvolle Anlegespiele die kognitive Denken angeregt.

Physiotherapie

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In den Sitzungen wurden mit den Gruppenteilnehmern die 8 Übungen der BIG-Therapie praktiziert. Der Fokus wird dabei auf das Einüben von großen Bewegungsamplituden bei maximaler Streckung.

Das Gangtraining auf einem speziellen Laufband inkl. Videoleinwand war sehr hilfreich. Dieses Geräte konnte Schrittmuster und Hindernisse auf das Laufbahn projizieren und zeichnete dabei den Bewegungsablauf des Probanden auf. Ebenso konnten man auf der Videoleinwand einen Balken mittels Fußverlagerung steuern, um Fußbälle hochzuhalten oder Blöcke zu treffen. Spiel und Sport wurden hier vereint.

Bei den Kraftübungen im Bewegungsbecken wurden wir gefordert und die halbe Stunde verging wie im Fluge.

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Das geräteunterstützte Krafttraining war ebenfalls sehr effektiv. Es standen 10 verschiedene Geräte (Ergometer, Laufband, Stepper, Bein-, Bauch-, Schulter-, Rückentrainer, …) zur Verfügung. Alle Apparate waren mit einem Display ausgestattet, die das Tempo und den Bewegungsbereich vorgaben.

Logopädie 

Es wurde auf das Stimmvolumen und die Sprachdeutlichkeit eingegangen und durch orofaciales Übungsprogramm verbessert. Das Schluckverhalten und der Speichelfluss konnten ebenfalls behandelt werden.

Fazit

Diese Klinik bietet noch viel mehr Therapiebereiche an. Die oben genannte Auswahl wurde speziell auf meine Bedürfnisse (Bewegungsprobleme) ausgerichtet und der Ablaufplan wurde fast täglich leicht angepasst. 

Es war teilweise anstrengend, aber förderlich und sehr informativ. Ich fühle mich besser und weiß jetzt, worauf ich achten muss. Viele Übungen lassen sich auch zuhause weiter praktizieren. Sehr wahrscheinlich werde ich im nächsten Jahr wieder eine Komplextherapie machen.

(Weitere Informationen unter info@parkinson-youngster.de anfragen)