Mein Weg mit Ergotherapie

Ein Beitrag von Lutz Allhoff

Mit fortschreiten der Zeit wurde die Feinmotorik meiner Finger immer schlechter. Als ich meinen Neurologen darauf ansprach, verordnete er mir Ergo-Therapie. „Was soll das“ habe ich mir gedacht, weil ich die Ergo-Therapie bisher nur aus meinen stationären Aufenthalten kannte und diese als unnötige, wenig zielführende Therapie kennengelernt habe.Ich war jedoch bereit, mich nochmals darauf einzulassen, da die Steifheit in meinen Händen immer mehr zu nahm und ich im Alltag dadurch immer stärker beeinträchtigt wurde. Teilweise habe ich Dystonien gehabt, die es mir unmöglich machten, mir ein Hemd zuzuknöpfen oder Schuhe mit Schnürsenkel zu tragen. Wie soll das auch gehen mit zu krallenartigen, erstarrten Fingern. Ich habe daraufhin in Recklinghausen die Ergo-Therapie am Wall kontaktiert und dort vorgesprochen.  Anfangs war ich verwundert, da Herr Wolf (der Inhaber) mich fragte, was ich den konkret erreichen wollte. Auf meine Antwort „die Beweglichkeit meiner Finger verbessern“ kam die Nachfrage „Was wollen sie konkret wieder können?“ Dann zählte ich auf: Hemd zuknöpfen, Schnürsenkel binden, leichte handwerkliche Tätigkeiten vornehmen, längere handschriftliche Notizen leserlich zu schreiben. Mich hat diese Vorgehensweise irritiert und auf meine Nachfrage hin erklärte mir Herr Wolf, das er mir die Krankheit nicht nehmen kann, sondern als Ergo-Therapeut mir Tipps geben und Hilfsmittel zeigen kann, mit denen ich den Alltag besser bewältige. Seine Aussage, das er mich am liebsten gar ist mehr sehen möchte (und das in kürzestmöglicher Zeit), weil es bedeuten würde das ich meinen Alltag selbständig gestalten und bewältigen kann, mag  nicht geschäftsfördernd sein für ihn, aber sie gefällt mir natürlich sehr.
Nachdem meine Ziele definiert waren, einige Tests durchgeführt wurden, habe ich folgende Hilfsmittel und Übungen kennengelernt:
Die allgemein bekannte Therapieknete mit Übungen.Nicht neu, aber immer wieder hilfreich und einfach im Alltag einsetzbar.

Zwei Spiele, die sowohl den Kopf zum arbeiten bringen und auch die Feinmotorik trainieren. Bei dem Spiel „Mistakos“ sind die vorhandenen Stühle übereinander, ineinander zu stapeln, wobei nur ein Stuhl unten sein darf, der bildet die Grundlage. Die Farben kennzeichnen die unterschiedlichen Formen der Stuhlbeine ab.

Wir bedanken uns bei Lutz Allhoff für die Genehmigung, diesen hilfreichen Text auf unserer Seite posten zu dürfen.

Rushhour ist ein Spiel, wo Kombinationsfähigkeit und planerisches Denken gefragt ist. Die Feinmotorik wird durch das versetzen der Autos auf dem Spielbrett trainiert. Der rote PKW muß durch die Lücke in der Umrandung fahren können. Dazu ist es nötigt die übrigen Spielsteine umzusetzen, was jedoch nur in wagerechter oder senkrechter Linie geschehen darf.

Als Hilfsmittel habe ich für „Schreibtischtäter“ interessante Hilfsmittel kennengelernt. Diese dienen der besseren Körperhaltung und dem schonenden Umgang mit dem eigenem Körper. Wer also oft und lange am Schreibtisch sitzt und dadurch entsprechende Probleme hat oder verhindern möchte das sie überhaupt entstehen, sollte über den Einsatz dieser Hilfsmittel nachdenken.
Im einzelnen sind dies:
„Fischflossen-Maus“. Diese ist eine Computermaus die senkrecht auf dem Tisch steht. Dadurch wird erreicht, das das Handgelenk nicht gedreht werden muß um die Maus zu bedienen.
Unterarm-Auflage. Diese Auflage wird mit Haken einfach unter die Tischplatte geklemmt. Sie dient der schonen und stützendem Bedienung des PC über die Tastatur.s. Foto 2
Variabler Steh-/Sitzhocker. Dieser Hocker dient der Verbesserung der Sitzhaltung und kann ganz einfach nd schnell in der Höhe verstellt werden.
Der Sitz ist beweglich und flexibel, passt sich dadurch gut den Bewegungen an, während der Fuß des Hockers fest auf dem Boden ist.
Es gibt noch weitere Beispiele  für den sinnvollen Einsatz von Hilfsmitteln, Übungen, so das jeder Patient das für sich richtige finden kann, das was ihm hilft. Voraussetzung ist nur, er weiß das es sie gibt und das setzt einen guten, erfahrenden Ergo-Therapeuten voraus, den ich durch die
Ergo-Therapie am Wall, Herrn Wolf, gefunden habe. Letztlich basiert der Erfolg der Ergo-Therapie (wie bei allen Therapien) darauf, das:

1. der Patient sich darauf einlässt, mitmacht und seine Übungen zu Hause weiter durchführt.

2. der Therapeut qualifiziert und an seinem Patienten und dessen Wohlergehen interessiert ist. (Das habe ich bei Herrn Wolf so erlebt)

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