Medis

Geht schneller als man denkt

Auf Grund Ihrer Diagnose sind Parkinson-Patienten gezwungen, leider eine Vielzahl an Medikamenten mit in der Regel im Zeitablauf steigenden Dosierungen einzunehmen. Dadurch entsteht eine Abhängigkeit von diesen  Medikamenten/Wirkstoffen. Es gibt keine Alternativen und solange die Wirksamkeit vorhanden und die Nebenwirkungen nicht oder im tolerablen Bereich sind ist dies sicherlich in Ordnung. Anders sieht die Situation aus bei Medikamenten, die die Folgen der Erkrankung lindern sollen, wie Schlafmittel und/oder Schmerzmittel. Bei diesen tritt relativ schnell ein Gewöhnungseffekt ein, die Wirksamkeit schwindet und die Dosis muß schnell erhöht werden. Schlaf- und Schmerzmittel sind daher eine große Gefahr, in eine Abhängigkeit von Ihnen zu geraten. Weil die Schmerzen oder den fehlenden Schlaf natürlich niemand will, ist es naheliegend, ein entsprechendes Medikament einzunehmen und das dauerhaft. Hier ist jedoch der/die Parkinson-Patient/in als (selbst)kritischer Person gefragt.

Fragen

  • Weiß ich, ob es andere Alternativen gibt ?
  • Was müsste ich dafür tun?
  • Wie sind die Nebenwirkungen, insbesondere bei den alternativlosen Parkinson-Medikamenten ?
  • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit der Abhängigkeit ?

Besonders der Punkt 1, Alternativen, wird schnell vergessen bzw. erst gar nicht in Betracht gezogen. Dabei gibt es sie sehr oft. Zum Beispiel sind schmerzhaft Krämpfe oder schmerzhafte Missempfindungen  i.d.R. durch gezielten Einsatz eines  Physiotherapeuten, verbunden mit vom Patienten regelmäßig (täglich) durchzuführende Übungen, gut in den Griff zu bekommen. Jeder Patient sollte sich die Frage stellen, wieviel „Chemie“ er seinem Körper noch zuführen kann und will. Insbesondere die Wechsel,- und Über-Kreuz-Wirkungen der verschiedenen Medikamenten sind  nicht überschaubar und auch nicht vorhersehbar. Demnach sollte der Griff nach Schmerztabletten, insbesondere nach Opiaten oder Morphium (unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz) nur der letzt Ausweg sein. Deswegen sollte der Patient seinen Arzt unbedingt auf diese Alternativen ansprechen.