Lebensstil

Man hängt genauso drin!

Das Thema Geld spielt leider auch als Erkrankter und seine Familie eine nicht unwesentliche Rolle. Geldsorgen belasten den Erkrankten und seine Familie, seinen Partner, die Beziehung. Diese Sorgen entstehen gerade in der Anfangszeit, also kurz nach Diagnose und wenn sich der Zeitpunkt nähert eine EMR (Erwerbsminderungsrente) zu beantragen.

Zu Beginn der Krankheit, kurz nach der Diagnose, stellt sich jeder die Frage ob und wie lange er noch seiner beruflichen Tätigkeit nachkommen kann. Ob er leistungsfähig genug ist, um seinen Arbeitsplatz vollumgänglich auszufüllen. Solange dies der Fall ist, entstehen i. d. R. keine finanziellen Probleme. Niemand sollte jedoch die Augen vor der Realität verschliessen. Auch wenn keiner den genauen Zeitpunkt kennt, so wird im Zeitablauf die Leistungsfähigkeit nachlassen, der Betroffene muß u. U. seine Arbeitszeit reduzieren, Aufgaben abgeben und nähert sich der EMR. Daher ist es sinnvoll, keine finanziellen Belastungen mit in diese Zeit zu nehmen. Sie sollten in der Frühphase der Krankheit -wenn möglich- erledigt werden. Bei langfristig ausgelegten finanziellen Belastungen, also die für den Erwerb von Wohneigentum eingegangen worden sind, ist dies i. d. R. nicht möglich.

Hier sollte jedoch auch frühzeitig das Thema in der Familie besprochen werden, damit keine Irritationen und späterer Stress möglichst nicht entstehen oder reduziert werden. Können Einkommensverluste kompensiert werden ?, In welcher Höhe sind sie tragbar ?, Welche Kosten können reduziert werden ? Welche Anschaffungen sind notwendig ? Auf welche Konsumwünsche kann verzichtet werden ?

Dies sind Fragen, denen sich der Betroffene und seine Familie im Vorfeld stellen sollten, um sie in Ruhe, ohne Zeit- und finanziellen Druck für sich zu beantworten.

Die gesetzliche EMR-Rente beträgt als volle EMR ungefähr ein Drittel des letzten Bruttoeinkommens. Die genaue Höhe kann jeder in seiner Renteninformation nachlesen. Das bedeutet, das mit dem Eintritt der Erwerbsminderung, das Einkommen in erheblichen Umfang sinkt, sofern keine privaten oder betrieblichen Vorsorgemaßnahmen bestehen. Spätestens jetzt sollte sich jeder Betroffene darüber im klaren sein, das Kreditinstitute sich äußerst zurückhaltend in der Kreditgewährung verhalten. Insbesondere dann, wenn die Rente zeitlich befristet ist. Dann ist eine Kreditaufnahme fast unmöglich. 

Kreditwünsche um z. B. die Wohnung, das Haus, alten- und behindertengerecht umzubauen, sind dann nur schwer zu realisieren. 

Selbst bei entsprechenden, gut und ausreichend vorhandenen Kreditsicherheiten bleibt es schwierig, da die Kreditinstitute verpflichtet sind zu prüfen, ob die Kreditrate tragbar ist und die Rückzahlung in der geplanten Kreditlaufzeit und im Rahmen der allgemeinen Lebenserwartung, erfolgen kann. 

Daher sollten solche Maßnahmen noch zu Zeiten erfolgen, in dem der Betroffene über Einkommen verfügt und unbedingt beachten, wie hoch seine Einnahmen als Rentner sind und die monatliche Belastung entsprechend gestalten und anpassen. 

Hilfreich sind in der Planung oftmals das führen von Haushaltsbüchern, um eine Kostenkontrolle zu haben. Diese Hilfsmittel sind u.a. bei den Verbraucherzentralen zu erhalten, mit denen man auch Beratungsgespräche über diese Thematik/Problematik vereinbaren kann.  

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