Das Camp

Das Camp ist das Herzstück von Parkinson Youngster und der grundlegende Anlass, aus dem heraus wir den Verein gegründet haben.
 
Eine Kur oder eine Reha, das kennen die meisten Menschen mit akuten oder chronischen Erkrankungen, wie Morbus Parkinson. Nadine Mattes, die 1. Vorsitzende und Gründerin, war natürlich selbst schon zur Kur und auch zur Reha, doch eines hat ihr dabei immer gefehlt – der Austausch und Informationsfluss zwischen dem Therapie-Team und ihr selbst als Patientin.
 
Sie sagt dazu: Ich bin unmittelbar nach meiner Diagnose in die Reha gekommen. Dort hat man mich körperlich wieder fit gemacht, aber mir hat etwas dabei sehr gefehlt. Andere Betroffene und ihre Erfahrungen, Informationen was steht mir zu, was kann ich machen, um mir selbst zu helfen. 100 Fragen sind am Ende offen geblieben. So bin ich körperlich fit nach Hause gefahren, aber psychisch ging es mir genau wie vor der Anreise. Ich hatte immer noch Angst und Sorgen. Dafür müsste es doch eine Lösung geben. Nun könnte man sagen, das ist doch die Selbsthilfe. Ja genau, das ist sie und deswegen ist es so wichtig die Selbsthilfe mit dem Reha-Gedanken zu verbinden.
So ist die Idee des Camps entstanden, das auf drei Säulen aufgebaut ist:
 
Informationen, Selbsthilfe, Sport.
Nadine Mattes ergänzt: Das erste Camp war für mich und für alle Teilnehmer etwas Besonderes, denn niemand wusste so recht, wie es wird. Ich war nervös und aufgeregt, denn eine Idee zu haben ist das Eine und ein stimmiges Konzept zu schreiben, das Andere. Dieses Konzept dann zu etwas Lebendigem zu machen, das ist die Kunst. Und das kann nur mit der Gemeinschaft funktionieren. Ein Camp lebt von den Menschen, die dabei mitmachen. Und ich würde sagen, das ich bei meinem ersten Camp die perfekte Truppe in Dorsten hatte. Alle waren motiviert, sie wollten etwas ändern für sich selbst. Sie wollten ihre Situation verbessern. Sie haben das Camp als Startschuss gesehen. Als Start für einen neuen Weg für ihre ganz persönliche Therapie.
 
Im Nachhinein ist es genau das, was das Camp auslösen soll. Es soll den Erkrankten und ihren Angehörigen in diesen 10 Tagen zeigen, was in ihnen steckt, welche Möglichkeiten sie haben.
 
Unser erstes Camp wurde von den Teilnehmenden lächelnd als „Boot-Camp“ bezeichnet. Ein Stück weit war es das auch, denn unsere Gäste sind an ihre persönlichen Belastungsgrenzen gekommen. Was wir immer wieder gehört haben, war „Ich habe niemals geglaubt, dass ich das schaffe.“. Unsere Antwort war dann immer, dass wir daran geglaubt haben. Denn das ist es, was uns als selbst Betroffene stark macht, was uns zum Erfolg, zum Erreichen unserer persönlichen Ziele hinführt: Der Glaube an uns selbst als einzelne Person, der Glaube an uns als Gemeinschaft und ebenso der Glaube der Gemeinschaft an jede/n Einzelne/n.  Es motiviert uns Menschen, wenn andere an uns glauben und hilft Selbstzweifel zu überwinden.
 
Und genau das ist das Camp, ein Angebot an die Erkrankten, dessen Ergebnis niemals gleich ist, sondern immer von allen, die mitmachen, abhängt. Das Ergebnis ist so gut, wie die Teilnehmenden selbst es sind.
 
Du möchtest Teil unseres Camps werden? Du bist bereit, mit uns gemeinsam an Deine Grenzen zu gehen? Du hast Interesse an Infos rund um Parkinson und möchtest neue Kontakte knüpfen? Du möchtest 10 Tage mit uns in Dorsten verbringen, in einer Gruppe von Menschen, die in einer ähnlichen Situation stecken, wie Du und zwischen denen im besten Falle neue Freundschaften entstehen? Du möchtest etwas ausprobieren, was es so noch nicht gab?
Dann melde Dich gerne an, wir freuen uns auf Dich. Das Parkinson Youngster Camp ist keine Veranstaltung, das Camp das bist Du! Es lebt durch Dich und mit Dir, für Dich und die Gemeinschaft.
 
Du bist herzlich willkommen.

Planung

Wir hatten nur wenig Vorbereitungszeit und der Wochenablauf musste durchgeplant werden. Mit Hilfe von Kooperationspartnern vor Ort konnten wir ein erstes Gerüst erstellen und die Einladung auf unserer Homepage und über Facebook veröffentlichen. Das Abendprogramm konnten wir durch einige hochkarätige Zusagen aus den Bereichen Medizin, Recht, Gesundheit und Ernährung vervollständigen.
Unser erstes Camp sollte bewusst klein gehalten werden, um Erfahrungen zum sammeln und das Projekt auch finanziell stemmen zu können. Nach kurzer Zeit waren die Plätze besetzt. Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen Bundesländern (Umkreis von 500 km) und die Art der Anreise wurde im Vorfeld mit ihnen abgeklärt.

Meilenstein

Fachkliniken bieten zwar „Komplexbehandlungen“ an, in der der Patient medizinisch betreut und die Möglichkeit gegeben wird, in den Bereichen Logopädie, Bewegung und Neuropsychologie Übungen zu tätigen.
Aber unser Ansatz war der Zuschnitt auf junge Betroffene. Hier waren sie unter sich, konnten sich austauschen und über Ihre Erfahrungen berichten. Jeder konnte individuell entscheiden, wie er seinen Tag gestaltet, ob in der Gruppe oder alleine. Trotz der schwierigen Situation jedes Einzelnen stellte sich schnell ein „WIR“-Gefühl ein.

Säule 1

Bewegung/Sport
Das lokale Freizeitbad Atlantis (Betreiber Bäderbetrieb-Dorsten GmbH) hatte uns seine umfangreiche Unterstützung zugesagt. Es standen dem Erkrankten ein großes Angebot im Bereich Bewegungs- sport zur Verfügung (Fitness- und Schwimbereich, individuelle Kurse).

Säule 2

Freizeitgestaltung
Wir boten themenbezogene Angebote an. Beispielsweise einen gemeinsamen Besuch in der Parkinson-Klinik Augustahospital Anholt in Isselburg und die Teilnahme an dem 24 h-Lauf in Reken.

Säule 3

Information/Austausch
Wir wollten in gemeinsamen Gruppengesprächen unsere Erfahrungen austauschen und den Teilnehmenden die Möglichkeit geben, offene Fragen zu klären und Ängste zu nehmen. Die Vorträge fanden in einer gemütlichen, privaten Atmosphäre statt.