Was ist Parkinson?

Parkinson ist eine unheilbare neurodegenerative Erkrankung. Sie entsteht durch den fortschreitenden Verlust von dopaminproduzierenden Nervenzellen.

 

Symptome:

 

Frühe Symptome:

Störung des Geruchssinnes bis zum vollständigen Verlust

Stimmungsschwankungen (leicht Depressionen)

Verstopfungen

Schlafstörungen und Störung des Traumschlafes

 

Im Hauptstadium:

Muskelzittern (Tremor) im Ruhezustand und besonderes Zittern der Extremität

Muskelstarre (Rigor)

verlangsamte Bewegung bis hin zur Bewegungslosigkeit (Akinese)

 

Diagnostik:

Die Diagnose ist ein Problemfeld. Die Symptome werden oftmals falsch gedeutet, da der Patient nicht zuerst einen Neurologen konsultiert bzw. vom Hausarzt nicht zu dem richtigen Facharzt überwiesen wird. Zuerst werden Orthopäden, HNO- Ärzte, etc. kontaktiert, somit erfolgt eine reine Behandlung der Symptome, die dann wirkungslos bleibt.

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Diagnosestellung:

Riechtest

neurologische Untersuchungen und Tests wie Handbewegungen, Gangbild, Schriftbild, die ein erfahrener Facharzt zu deuten weiß.

L-Dopa-Test: Hierbei wird L-Dopa verabreicht, wenn eine signifikante Verbesserung der Symptome eintritt, so ist dies ein Indiz, jedoch kein Beweis, dass die Krankheit vorliegt.

DaTSCAN: Mit Hilfe der Szintigragie des Gehirns kann der Verlust der dopaminproduzierenden Nervenzellen indirekt festgestellt werden.

 

In Kombination der verschiedenen Methoden und Tests wird die Diagnose erstellt.

 

Behandlung:

Es gibt noch keine Möglichkeit einer ursächlichen Behandlung. Welches bedeutet, dass eine Bekämpfung der Symptome und Linderung der Folgen das Ziel der Behandlung ist.

 

Medikamentöse Behandlung:

Das wichtigste Medikament ist L-Dopa, dies ist eine Vorstufe des Dopamins. Durch diese Vorstufe ist es möglich, im Gegensatz zum Dopamin, die Blut-Hirn-Schranke im Gehirn zu überwinden. Nach mehrjähriger Einnahme (hohe Wahrscheinlichkeit) können unwillkürlich Bewegungen (Dyskinesien) auftreten. Daher werden jüngeren Patienten, die weniger stark wirksamen Dopaninagonisten gegeben. Mit sog. MAO-B-Hemmern wird der Abbau von Dopamin im Gehirn verlangsamt.

 

Mit fortschreitender Krankheit wird das therapeutische Fenster, in der die Medikamente optimal wirken, also weder Überbewegung (ON-Phase) noch Unbeweglichkeit (OFF-Phase) auftreten, immer kleiner. Auch die Vielzahl der Medikamente und deren verschiedensten Kombinationen verursachen durch ihre verschiedensten Nebenwirkungen häufig Probleme.

 

Apomorphin-Therapie:

Hier wird der Agonist Apomorphin mittels eines Injektions-Pens unter die Haut gespritzt. Dieser kommt zum Einsatz bei Patienten mit wenigen OFF-Phasen.

 

Tiefen-Hirn-Stimulation:

Hier wird dem Patienten ein Hirnschrittmacher eingesetzt. Dieser leitet die erzeugten elektrischen Impulse in die betroffenen Hirnregionen. Dies ist eine aufwendige nicht ungefährliche Operation (ca. 6-12 Stunden). Die elektrischen Impulse regen die Dopaminproduktion an und ersetzen in der Regel einen Teil der Medikamente, welche nun noch in geringer Dosis eingenommen werden müssen.

 

Gen-Therapie:

Mit der Gen-Therapie wird versucht, durch Enzyme die Produktion von Dopamin zu steigern.

 

Alternativmedizinische Methoden:

In Ergänzung werden viele Therapien wie Entspannungs-, Meditations-, Atem- und Bewegungsübungen, sowie Akupunktur und Massagen in Anspruch genommen.

 

Komplexbehandlung:

Im Rahmen eines stationären Aufenthaltes in einer entsprechenden Fachklinik erfolgt die Einstellung der Patienten auf seine individuelle Medikamentenzusammenstellung und Dosis. Unterstützt wird dies durch zielgerichtete Therapien wie Logopädie, Physiotherapie, Sport, Massagen usw. Bei dieser Behandlung handelt es sich um eine Kassenleistung. Notwendig ist die Einweisung eines Arztes.

 

Warum eine Selbst-Hilfe-Gruppe für junge Parkinsonpatienten?

Für uns liegt es auf der Hand, dass jüngere Parkinsonpatienten, die im Berufsleben stehen und/oder mit der Erziehung der Kinder, mit anderen Schwierigkeiten kämpfen als älter Betroffene (Senioren).

 

Jünger Patienten haben z.B. andere Fragen!

Wie gehe ich mit der Krankheit um?

Wie geht es weiter?

Wie erkläre ich es meinen Kindern, dem Partner, dem Arbeitgeber?

Werde ich verstanden und in der Gesellschaft akzeptiert?

Wie gehe ich mit den zwangsläufigen Veränderungen in meinem Leben um?

Wie gehe ich mit der Wesensveränderung um?

Mit welchen Themen (Verrentung, Behandlungsmethoden, Folgen, usw.) muss ich mich beschäftigen?

 

Wir wollen uns gegenseitig unterstützen, informieren und helfen. Dies bezieht sich auch auf die Angehörigen. Durch die Lebensveränderung, ausgelöst durch die Erkrankung, gehören sie unweigerlich dazu. Des Weiteren wollen wir alle Ressourcen der Kommunikation nutzen, um den Austausch zwischen den Betroffenen zu ermöglichen.